Medienwerkstatt

Kreativ kommunizieren.

Ökologisches Denken

Die Redaktion von Friedland Info hat in Zusammenarbeit mit Kurt Radke, dem Inhaber des Bikershops „Fahr-Rad-Ke“ in Reckershausen, mehrere Fahrradtouren zurechtgestellt, die unterschiedlichen Wünschen gerecht werden. Mögliche Ziele wären die Burg Hanstein, Witzenhausen und Hannoversch-Münden.

Die erste Tour zur Burg Hanstein läßt sich schnell beschreiben: Groß Schneen – Friedland (Leine) – Reckershausen – Rittergut Besenhausen – Niedergandern – Hohengandern – Bornhagen – Burg Hanstein. Friedland Info bat den Bremer Schriftsteller Björc Noval, die gut vierzehn Kilometer lange Strecke (in einer Richtung) für unsere Leser zu fahren und seine Eindrücke zu schildern.

Fahrradfahren ist eine angenehme Tätigkeit für den Körper. Das Atmen wird von Kilometer zu Kilometer intensiver, die Oberschenkelmuskulatur wird gut gekräftigt, Gesicht und Hände werden schön von der Sonne gebräunt. Startet man in Groß Schneen, so erfreut man sich natürlich an der hügeligen Landschaft. Dem ersten Bauern jedoch, der seine Herbizide auf die Felder spritzt, läßt sich nicht ausweichen. Die Atemtätigkeit muss eingestellt werden. Herbizide. Pfui Deibel.

Den ersten Zwischenstopp mache ich vor der Leine in Friedland und fahre weiter auf dem Weg zwischen Sportplatz und Leinekanal. Schon bald erreiche ich nach einer kleinen Steigung das tausendundsieben Jahre alte Reckershausen. Dann folgt der Kulturschock. Autobahnbau. Mitten in einer Landschaft, die angefangen hat, mein Herz zu erfreuen.

Noch ein Kilometer, dann werden beim idyllischen Rittergut Besenhausen Erinnerungen an die deutsch-deutsche Grenze wach. Es ist Zeit für eine kleine Fußwanderung auf dem und um das Anwesen. Ich gelange auf dem Weg zwischen Gut und einer alten Mühle wieder an die Leine, wandere ein Stück gen Kirchgandern. Noch ein Kulturschock. Auf einmal wird der Fluss zur geraden Linie – Relikt des DDR-Regimes, dass in den siebziger Jahren durch die Begradigung der Leine von Kirchgandern bis zum Rittergut die Flucht durch den Fluß verhindern wollte. Ein lang anhaltender Blick in die Leine. Kein Fisch ist sichtbar. Was ist hier denn passiert?

Kinder spielen auf einer freigelegten Sandbank, Schafe blöken. Bald fängt hier der nächste Kultursommer statt und das Hofcafé ist ab Pfingsten wieder geöffnet. Ob es hier vielleicht auch leckere Bratkartoffeln geben mag?

Auf einem Feldweg gelange ich nach Niedergandern. Bei Hottenrode entdecke ich die Überreste von Schienen einer Lorenfeldbahn. Deutlich sichtbar in der Landschaft die alte Bahnanlage von Arenshausen nach Friedland.

Das schwierigste Stück für mich als Flachländer ist die fünf Kilometer lange Steigung von Hohengandern bis nach Bornhagen. Ich entschliesse mich zu einer Rast im Klausenhof, erfrische mich mit einer Apfelschorle und freue mich auf Omas Süppchen mit Bärlauch, auf das ein leckerer Frischlingsbraten folgt.

Auf diese Weise gestärkt, macht eine Fußwanderung zu der Burg Hanstein wieder Freude. Ich lasse mich gerne zu einem Spaziergang zur Teufelskanzel verleiten. Nach drei Kilometern erfreue ich mich an einem kolossalen Ausblick auf Werra und Meißner – jegliche Anstrengungen sind vergessen.“

Ideen von Bedeutung

Das Projekt „Zeitung machen“ gibt dir die Möglichkeit, ein Thema, das zunächst nur für dich von Bedeutung ist, mit jour- nalistischen Maßstäben von der Idee bis zum druckreifen Artikel zu entwickeln.

Am Anfang benötigst du für eine gute journalistische Arbeit einen Coach, der dich unterstützt. Der Coach, ein erfahrener Journalist, ist ein Bindeglied zwischen dir, deinem Thema und deinen Lesern. Er gibt dir Hinweise – und keine Anweisungen -, die dich in die Tiefe und in die Breite deines Anliegens führen. Als Erstes ist es wichtig, mit einem Brainstorming (Gedanken- und Gefühle sammeln) die eigentliche Recherche vorzubereiten.

Zugleich hilft dir der Coach, deine Fähigkeiten und Talente (weiter) zu entdecken und zu entwickeln. Ein guter Coach respektiert dich so wie du bist. Das Vertrauen zwischen dir und dem Coach ist eine gute Hilfe für dich, damit du mit der journalistischen Arbeit sowohl dich als auch andere Menschen nähren kannst.

Die Informationen, die du vermittelst, mögen für einige Leserinnen und Leser von Bedeutung sein, für andere wiederum nicht. Das macht nichts, solange du eine Balance zwischen Selbstverwirklichung und Wohlergehen anderer Lebewesen herstellen kannst. Wenn du verständlich und ästhetisch schreibst, wird dein Artikel gerne gelesen.

Das, was von Bedeutung ist, hängt mit deiner Lebensaufgabe, deiner Lebensvision zusammen. Es sind einfache ethische Prinzipien aus der Welt der Indianer, die dir eine Richtlinie für dein Schreiben (und Leben) geben mögen. Lebe so, dass die nächsten sieben Generationen nach dir auf Mutter Erde gut leben können.

Wenn du Reklame für Legofiguren mit Waffen oder Spiele und Videofilme mit Kriegsinhalten machen willst, ist dieses Projekt nicht richtig für dich. Wenn du deine Macht benutzen willst, um andere Menschen – oder Völker – aus persönlichen oder politischen Motiven anzugreifen, solltest du dir überlegen, warum es auch für dich von Bedeutung sein könnte, Menschen zum Frieden anzuregen als einen heimlichen oder offenen Krieg anzuzetteln.

Das Schreiben, das du in dieser Medienwerkstatt kennen lernst, öffnet den Weg zum Miteinander. Du lernst eine Reihe von Menschen kennen und vielleicht entstehen bei dieser Arbeit tiefe Freundschaften, die dich lange Zeit durch dein Leben begleiten.

Das, was von Bedeutung ist, hat immer eine spirituelle Dimension.

Zeitung machen

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ZEITUNGSPROJEKT:

ONLINE-SCHOOLING & WORKSHOP

Das „Zeitung machen“ ist ein wunderbares Projekt, das auf vielen Ebenen stattfindet. Es bedeutet, das eigene Thema herauszufinden und in eine gute journalistische Form zu bringen.

Junge Reporter/innen beschäftigen sich mit Freundschaft, Liebe und Visionen; sie thematisieren all das, was den Menschen, Tieren und Pflanzen gut tut oder was allen Lebewesen schadet.
In der Zeitungswerkstatt wird das journalistische Handwerk für das Schreiben, Fotografieren und Gestalten – mal spielerisch und mal mit der notwendigen Ernsthaftigkeit – von Tag zu Tag vermittelt. Die ersten Anfangsschritte werden in einem Weblog gezeigt. Dort kannst Du Dich selbst darstellen, lernst die anderen „Kollegen und Kolleginnen“ kennen und bereitest Dich auf das Zeitungsprojekt vor.
Die Projektwoche in der musa ist das Kernstück vom „Zeitung machen“. Es finden Redaktionssitzungen statt; es wird kommuniziert, geschrieben und recherchiert. Fotos und Zeichnungen werden gemacht und bearbeitet. Dann das entsprechende Layout.

Schließlich wird alles im Weblog zusammengefügt und veröffentlicht.

Montag bis Donnerstag 6.-09.04.09
Zeiten: täglich 10.30-16 Uhr
Kosten: 150,-/75,-
Ort: musa, gelber Raum
Leitung/Info/Anmeldung: Hardy B. Nowak

(Autor, Fotojournalist, Fotoschule und Medienwerkstatt)

Tel.: 05504-805 79 38,